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Periodical article |
| Title: | 'Im Interesse des Deutschtums und der weissen Rasse': Behandlung und Rechtswirkungen von 'Rassenmischehen' in den Kolonien Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika |
| Author: | Sippel, Harald |
| Year: | 1995 |
| Periodical: | Jahrbuch für afrikanisches Recht |
| Volume: | 9 |
| Pages: | 123-159 |
| Language: | German |
| Geographic terms: | German East Africa Namibia Germany |
| Subjects: | colonialism mixed marriage |
| Abstract: | Die deutsche Kolonialmacht sah das von einem rassischen Antagonismus gekennzeichnete koloniale Gesellschaftssystem durch die Entstehung von 'Mischehen' und einer etwa daraus resultierenden gleichberechtigten 'Mischlingsbevölkerung' geradezu in seinem Bestand gefährdet. Die Neubekanntmachung des Schutzgebietsgesetzes vom 10. September 1900 gab den Gegnern der 'Rassenmischehe' in Art. 7 die Gelegenheit, auf die fehlende gemeinsame Eheschliessungsform für solche Ehen in den Kolonien hinzuweisen und daraus ein Verbot solcher Ehebündnisse abzuleiten. Konkrete Fälle (Bakari und Thiel) in Deutsch-Ostafrika (das heutige Festland-Tansania sowie die Staaten Ruanda und Burundi) sowie der Herero Aufstand in Deutsch-Südwestafrika (Namibia) führten schliesslich 1905-1906 zu den Instruktionen des Gouvernements an die Standesämter, jegliche Mitwirkungshandlung an der Schliessung von 'Rassenmischehen' zu unterlassen. Allerdings eskalierte die Situation, als sich das Gouvernement von Deutsch-Südwestafrika anschickte bereits bestehende 'Rassenmischehen' zu beeinträchtigen. Die Entwicklung eines 'blutbezogenen Eingeborenenbegriffes' durch das Gouvernement und die Gerichte in dieser Kolonie führte dazu, dass jede Person in deren Ahnenreihe auch nur ein 'Eingeborener' nachweisbar war, den niedrigeren rechtlichen und sozialen Status des 'Eingeborenen' zugewiesen worden war. Fussnoten, Zsfg. auf französisch und englisch. |